"Das Angebot der Widerstandskost
ist reichhaltig: Portraits der Aktivisten gegen Schwarz-Blau, Dokumentationen
der Wiener Protest-"Wandertage", ironiegetränkte Heimat-Verunglimpfungen,
Momentaufnahmen der heimischen Fremdenfeindlichkeit, nette Spontigags."
(Salzburger Nachrichten, 31.3. 2000)
"Das Bild, das diese
Dokumente von Österreich zeichnen, ist dramatisch. Die Spaltung der Gesellschaft
ist ebenso offensichtlich wie die Angst, die viele kritische Menschen erfasst.
Zu lange, dies ein weiterer Befund, wurden die Freiheitlichen unterschätzt."
(Thomas Allenbach, Der Bund, Bern, 31.3. 2000)
"An fünf Abenden
erfüllte die Diagonale die Funktion einer Gegenöffentlichkeit: Die
Reihe "Die Kunst der Stunde ist Widerstand" präsentierte eine
Fülle von filmischen Statements zur Lage der Nation. (...) beeindruckende
und bedrückende Gegen-Bilder, die nicht zuletzt tagtäglich die Vormachtstellung
des ORF als Informationsinstanz nachhaltig infrage stellen."
(Isabella Reicher, Der Standard, Wien, 3.4. 2000)
"Der 2.2. 2000 (der
Tag der Angelobung [sic]) wird in die Filmgeschichte Österreichs eingehen
als der Tag, an dem das Volk zu den Kameras griff. (...) ein thematisch wie
ästhetisch wildwucherndes, politpflastersprengendes Gestrüpp von komplementären
Blicken und Perspektiven: Werk- wie Fundstücke, die sich ganz selbstverständlich
gegenseitig ergänzen und kommentieren."
(Olaf Möller, www.spex.de, April 2000)
"Beklemmend waren
Videos, die Wahlkampfauftritte Haiders festhielten und die messianische Verehrung
zeigten, die dem Volkstribun zufliegt. Selten sieht man so stark ressentimentgeladene
Stimmungen im Fernsehen, selten auch die ausländerfeindlichen Sprüche
derart ungefiltert."
(Thomas Kramer, Tages-Anzeiger, Zürich, 14.4. 2000)
"Im Reißschwenk
produziert Österreichs Filmszene da erste Bilder vom Leben in einem politisch
veränderten Land. Verwischt sind sie noch, die Bilder, unscharf, dem Gefühl
eher verpflichtet als dem Verstand. Aber die Schärfe wird bereits nachgezogen.
Etwas wird sichtbar."
(Stefan Grissemann, Die Presse, Wien, 15.4. 2000)
"Die Auseinandersetzung
mit der aktuellen politischen Lage fand ihr Forum in einer in letzter Minute
zusammengestellten täglichen Sonderschiene. Unter dem allseits beliebten
Motto "Die Kunst der Stunde ist Widerstand" präsentierte man
viele Stunden Material. Die in kürzester Zeit fertiggestellten Videos überraschten
durch ihren oft sehr differenzierten Umgang mit dem Thema sowie durch die formale
Vielfalt. Von der "'klassischen" Demonstrationsdoku bis zur satirischen
Diashow war alles und v.a. einige sehr beeindruckende Arbeiten in den Programmen
zu finden, die in ihrer Bandbreite auch ein hervorragendes Stimmungsbild lieferten.
Der Einsatz hat sich gelohnt: Nicht nur waren die Vorführungen ausverkauft,
es gibt auch reges Interesse an der Präsentation der Reihe in verschiedenen
anderen Städten und im Ausland, z.B. am renommierten Dokumentarfilm-Festival
Nyon. Mit großer Zustimmung des anwesenden Publikums erhielt die Reihe
außerdem von der Jury de Preis für innovativen Film zugesprochen.
Ein weiterer Beweis: "Die Kunst der Stunde ist Widerstand!"
(www.telepolis.de, 12.4. 2000)
"Als Nachtschiene
war einer der wichtigen Fixpunkte der Diagonale die Reihe "Die Kunst der
Stunde ist Widerstand" eingerichtet, bei der etwa 5 x 90-Minuten-Material
über die Demonstrationskultur gezeigt wurde, aber auch viele kleine Beiträge
Platz fanden, die sich kritisch, zynisch oder auch sehr nachdenklich und ernsthaft
mit dem Machtwechsel in Österreich auseinandersetzten. Hier bekannte das
Festival am offensichtlichsten Farbe und positionierte sich als offene Kommuniaktionsplattform
des kreativen Protests. Die Demonstrationskommunikation der "Internetgeneration"
wird begleitet von einer breiten Film- und Phototätigkeit, die eine von
den etablierten Medien und dem ORF unabhängige Informationsebene unterstützt,
mit der es möglich war und ist, so dubiose Aktionen, wie die der Festnahme
am Rande des Opernballs durch eine maskierte und sich zunächst nicht ausweisende
Polizeisondergruppe zu dokumentieren und sofort einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Die Chancen und Probleme der nicht hierarchischen
Organsiation, zu der Filtermechanismen strukturell nicht passen, die somit auch
viel unrelevantes, gut gemeintes, aber wahrlich nicht sonderlich hochkarätiges
Material produziert und veröffentlicht, wurden dabei auch immer wieder
offensichtlich Teil des täglich bis weit nach Mitternacht dauernden Diskurses."
(Michael Anhammer, MultiMedia, Wien, 16.4. 2000)
"Die disparate Natur
von "Die Kunst der Stunde ist Widerstand" ist jedenfalls ihr eigentlicher
Trumpf: Die Reihe bündelt mannigfaltige minoritäre Formen und Formate,
ohne dass sie dadurch vereinheitlicht werden."
(Domink Kamalzadeh, blimp #42, Graz, Herbst 2000)