Bochumer Videofestival 2003
Video Edition Austria / Release 01
curated by Eva Brunner-Szabo

Auswahlpräsentation 1
Der "ganz normale Alltag"
Gesamtlänge: 75:45 MIN

Spielende Kinder, Botschaften am Anrufbeantworter, ein Familienfoto, junge Männer beim Bundesheer, ein älteres Ehepaar in seiner Wohnung, alltägliche Bilder-Idyllen, die uns die Werbung zeigt. Doch unser (Medien)alltag sieht anders aus. Krieg spielende Kinder, Telefonterror, Kindesmisshandlung, Wehrmacht - argentinisches Exil, das langsame Sterben in der eigenen Wohnung. Im Programm sehen sie die Auseinandersetzungen von KünstlerInnen mit diesem Alltag; Kunst als eine Art von kreativer Produktivität mit dem "ganz normalen Alltag" in der Welt umzugehen, ihn versuchen zu erfassen, ihn zu verarbeiten.
Der für diese Auswahl gewählte Themenkomplex stellt nur eine Möglichkeit dar, wie das release 01 der Video Edition Austria rezipiert werden kann. Gemeinsam mit der Video Edition Austria erlaubt sie ein Umherschweifen zwischen künstlerischen Positionen zwischen 1969 und- 2001. Kontinuitäten und Disparitäten gesellschaftlicher Fragestellungen, ästhetischer und formaler Zugänge und technologischer Veränderungen können so verfolgt werden und machen die Geschichte österreichischer Videokunst auch nachvollziehbar.

Programm

Bernadette Huber
GRÜSS GOTT ÖSTERREICH !
2000, 4:12 MIN

Maschek
DER GRAUE STAR 2 DIE WEHRMACHT
2001, 8:22 MIN

Anita Kaya
BACKSPACE
1997, 5:01 MIN

Elizabeth McGlynn
WAR GAMES
1994, 14:13 MIN

Christoph Nebel
WAS TUN ?
2000, 43:57 MIN


Auswahlpräsentation 2
"Moving"
Gesamtlänge: 45:08 MIN

Die Bewegung als künstlerisches Prinzip, so kann man dieses Programm in einem kurzen Statement umschreiben. Es könnte aber auch heißen: die Vorliebe des Medieum Video für Geschwindigkeit oder über das Verhältnis von Bild und Ton oder auch analog versus digital.

Programm

Barbara Doser
SEE YOU SEE ME
2001, 3:00 MIN

Markus Marte, Sabine Marte
ME/JU
1998/99, 7:24 MIN

maia
NOTDEF./VERSION ONE
1999, 3:17 MIN

[n:ja]
PERCEPTIVE FACULTY 2
1999, 3:57 MIN

Hofstetter Kurt, Barbara Doser
CROSSOVER
1995, 7:15 MIN

skot (Tina Frank / Matthias Gmachl)
AUS
1998, 4:07 MIN

Holger Lang
ACTUAL REALITY
2000, 7:30 MIN

Gertrud Fischbacher
MASS M.O.C.A
2001, 1:37 MIN

Oliver Hangl
LOVERS' WALK (work in progress)
2001, 7:01 MIN


Texte zu den Videos: Der "ganz normale Alltag"

Huber Bernadette
GRÜSS GOTT ÖSTERREICH !
2000, 4:12

"Grüß Gott Österreich!" ist die filmische Aufarbeitung eines Telefonmonologs, aufgezeichnet im Jahr 1997 auf dem Anrufbeantworter von Bernadette Huber.
"Grüß Gott! Wir machen eine Umfrage von der FPÖ. Wären Sie bereit dazu?"..... dieses Originalzitat eines Anrufers involviert in einen längeren Monolog, konfrontiert binnen Sekunden mit "klaren" Aussagen über Ausländer, Juden, Deutschland, Hitler und führt in eine Reise ins Ungewisse, begleitet von Bildern von Macht - Beifall - Krieg - Tod - Jubel - Alltag - Trauer - Menschenmassen - Protesten. Aneinandergereihtes found footage Material aus polnischen Filmen, selbstinszenierte Videoaufnahmen und ein mir zur Verfügung gestellter selbstgedrehter Super 8 Film werden in Kurzsequenzen aneinandergereiht, als Zitatmaterial verwendet. Störbilder, entstanden als "Abfallprodukte" des gezeigten Materials am Computer, unterbrechen diese Kurzsequenzen und lösen die Situationen auf. Die Bilder marschieren unaufhaltsam, neue Bilder kommen und werden wieder aufgelöst. Die Aufnahme der Stimme, in den Leuchtanzeigen des Aussteuerungspegels des linken und rechten Kanals (L und R) sichtbar gemacht, begleitet den Film, erreicht Pegelspitzen, teilt in L und R. Einzelne Sätze des aufgenommenen Monologs werden zur visuellen Dokumentation des Gesprochenen eingeblendet. Ein Mann droht und outet sich - und - obwohl dokumentiert am Anrufbeantworter, konnte der Anrufer nie ausgeforscht werden.
"Grüß Gott Österreich!" - Grußworte - Bekenntnis - oder Begegnung mit einer nie aufgearbeiteten Nazivergangenheit? "Der kleine Mann" gibt Antwort.

Maschek
DER GRAUE STAR 2 DIE WEHRMACHT
2001, 8:22

"Der graue Star 2 - die Wehrmacht" ist ein durchaus hinterfotziges Stück found footage. Anders als der Titel zunächst vermuten lässt, entstellt die vorwiegend im fortgeschritteneren Alter auftretende Trübung der Augenlinse hier die im Sichtbaren versteckten Kontinuitäten österreichischer Mentalitätsgeschichte zur Kenntlichkeit. Das geschieht formal über einen Chor von Off-Stimmen, die - sich gegenseitig der Evidenz des Gezeigten versichernd - eigentlich nichts anderes tun, als das ohnehin im Bild Sichtbare kommentierend zu wiederholen, allerdings im Kontext eines Wahrnehmungshorizonts, der das visuelle Material um cirka zwei Jahrzehnte zurückdatiert bzw. geographisch verschiebt. Auf diese Weise werden Amateuraufnahmen aus der Nachkriegszeit, die von ihren Urhebern in aller Unschuld mit der Bewahrung des Erinnerungswürdigen betraut worden waren (mit dem Tagesablauf während einer waffenkundlichen Ausbildung, mit Urlaubsimpressionen in südlichen Gefilden), zu fiktionalen Dokumenten des Alltags in der deutschen Wehrmacht und im argentinischen Exil. Und warum auch nicht: Von Ordnung, Sauberkeit, Männerbündelei, Kameradschaft etc. hätten auch "echte" Dokumente zu berichten gewusst. "Caráoque" nennen Maschek dieses Verfahren einer Analyse des Sichtbaren über Tautologien: Hier ergreift die Stimme nicht die Macht über die Bilder, sondern fügt sich in die vom Visuellen offen gelassenen Leerstellen ein, damit zur Sprache kommen kann, was gemeint war. Das klingt dann vielleicht anders als von den Urhebern intendiert, trifft die Sache aber in ihrer Substanz. Und lustig ist es auch.
(Vräth Öhner)

Anita Kaya
BACKSPACE
Videotanz aus dem Familienalbum
1997, 5:01

In "BACKSPACE" ist die Familienfotografie Ausgangspunkt und Katalysator für Erinnerung, der "emotionale Raum" hinter dem zweidimensionalen Bild öffnet sich und entwickelt sich in einem tänzerischen Duett. Es ist ein Duett auf einem Sessel, ein Duett zwischen Erwachsenem und Kind, zwischen Mann und Frau. Eine physische Beziehung zweier Körper, ständig in Kontakt. Die Geschichte bewegt sich zwischen sich Positionieren vor der Kamera und der subtilen Grenzlinie von Spaß und Aggression. Ein Kräftemessen zwischen Koketterie und Ohnmacht, zwischen Präsentation und Manipulation. Ein Machtspiel zweier Körper, ein Gewaltakt hinter der lächelnden Fassade und die Unmöglichkeit die entstandene Eigendynamik des "Spiels" zu stoppen ...

Elizabeth McGlynn
WAR GAMES
1994, 14:13

Ein Kinderspiel in einem Hinterhof in Slowenien August 1993, zufällig als Blick aus dem Atelier gefilmt. Im Hintergrund das Radio: Nachrichten aus Sarajewo. Der Finger bleibt auf "record", keine Ahnung warum. Plötzlich wird die Intimität des Gewöhnlichen fremd und gefährlich: Kriegsgesten, Gewaltgesten. Eines der Kinder, erfahre ich später, kommt aus Bosnien und lebt in dem soeben errichteten Flüchtlingscamp außerhalb der Stadt. Der Deutsche Schäfer meiner Gastgeber vom "partisanskji dom" begleitet mich in ein Stück Geschichte dieses Ortes. Habe ich soeben selber Geschichte gefilmt?

Nebel Christoph
WAS TUN?
(die letzten tage der martha b.)
2000, 43:57


Irgendwann im Oktober 1998 hat Martin Reinhart mir einen Artikel aus dem SPIEGEL vorgelesen und fragte nach, ob das darin Beschriebene überhaupt zu erfassen ist. 2 Jahre lang lag dieser Artikel in meiner Wohnung in Wien - und die Videoarbeit ist mein Versuch des Erfassens.
Was tun?
Trotz gegebenem Zugang zu modernen digitalen Videoschnittplätzen wählte ich für diese Videoarbeit eine andere Arbeitsweise. Ich habe es in meiner Wohnung mit meinen 2 normalen VHS-Rekordern, meinem Walkman, meinem CD-Player, einem geliehenen Audiomischpult und einer geliehenen Hi-8 Kamera gemacht. Bei der Überlegung zu einem Titel fiel mir erstmals das Titelblatt dieser SPIEGEL-Ausgabe 40/28.9.98 auf: Was tun? Das 100-Tage-Programm (für jede Regierung)
Zum Inhalt:
EHEN - Die letzten Tage der Martha B.
Fünf Tage lang lag eine 77jährige Frau auf dem Teppich in ihrem Wohnzimmer. Ihr Mann, mit dem sie seit 47 Jahren verheiratet war, ließ sie verdursten. Vor Gericht gefragt, warum er seiner Frau nicht geholfen habe, antwortet er: "Das hat sie ja nicht verlangt." Von Matthias Geyer ( Seite 152-155)
(Christoph Nebel)


Texte zu den Videos: "Moving"

Barbara Doser
SEE YOU SEE ME
2001, 3.00

Augen schauen, beobachten; ein Gewirr von Signalen, Informationen im realen oder virtuellen Raum. Sie sind zu entschlüsseln, um zu verstehen.
Was ist zu sehen? - Was wird gesehen? - Was ist zu hören? - Was wird gehört? - Was wird von alle dem wie und von wem wahrgenommen, verstanden?
Irgendetwas scheint zu irritieren. Das Bild fällt aus und jemand fragt: "Muß ich mich jetzt schon Tests unterziehen?" Wer wird von wem kontrolliert? Eine Textinformation wird eingeblendet: "Tessa's heart contracted. Butterflies grew in her stomach. "What kind of dirty things and who is who?" Irgendjemand Namens Babel Fish übersetzt: "Inneres Tessa Vertrag abgeschlossen. Basisrecheneinheiten wuchsen in ihrem Magen. "Was Art schmutzigen Sachen und wer ist wer?"
Was ist passiert? - Eine wahre Geschichte, ihr Inhalt ist Interpretation. Zu wenig Information. Sie geht unaufhaltsam weiter, die globale Kommunikation. Und Kontrolle.

Markus Marte
Sabine Marte
ME/JU
1998/99, 7:24

Ein Musikvideo, dessen Teile unabhängig voneinander entstanden sind. Der Bildteil (incl. Stimme) ist eine TV - Video - Kamera - Montage, wobei einzelne Sequenzen als Bildsamples aneinander montiert wurden. Das Musikstück ist eine live eingespielte Aufnahme. Mit der Zeit sich ändernde Tonschleifen kombiniert mit Schlagzeug bauen das Stück auf und wieder ab. Bild- wie Tonspur ergeben eine sich ständig verrückende Struktur.
(Sabine Marte, Wien 2001)

maia
NOTDEF./VERSION ONE
1999, 3:17

"notdef.", das könnte für nicht taub stehen oder auch, wer weiß, für undefiniert. Eine perkussiv konturierte, leicht verschleppte Techno-Basslinie pocht monoton unter den Bildern, die sich, abstrakt und in konstanter Mutation, schnellen Definitionen tatsächlich nachhaltig verweigern. In "notdef./version one" wuchern, wenig mehr als drei Minuten lang, aus der Bildmitte virtuelle Objekte in die Fläche und den Raum hinein, nervös sich konstituierend und gleich wieder auseinanderfallend, einander gleißend hell überlagernd, ehe sie im Schwarz der Matrix wieder versinken.
notdef. setzt die Assoziationen absichtsvoll in Bewegung: An einen Überwachungsmonitor fühlt man sich erinnert, der einen undenkbaren Ernstfall aufzeichnet, oder an ein Echolot, das da in ungeahnte Tiefen reicht. Und das Synthetische paart sich mit dem Organischen: Digitale Verästelungen, künstliche Blitze wachsen einem in diesem Band unaufhörlich entgegen, in die Simulation einer Bildtiefe hinein, in der immer wieder, jeweils Sekundenbruchteile nur, auch Gegenständliches sichtbar wird unter all den Lichtlinien und stroboskopischen Störmanövern - die Silhouette einer Menschengestalt, später eine industrielle Landschaft, Spuren einer Außenwelt jedenfalls in der scheinbar so hermetisch abgeriegelten elektronischen Innenwelt. Das weiße Licht strahlt aus, es kreist und tanzt und brennt sich in die Netzhaut, unberechenbar und unaufhaltsam, ein visuelles Delirium: geometrischer Wildwuchs aus dem Innern der Maschine.
(Stefan Grissemann)

[n:ja]
PERCEPTIVE FACULTY 2
1999, 3:57

"erceptive faculty 2" ist der zweite teil einer trilogie, die den versuch unternimmt, ein instrument zu erzeugen bzw. darzustellen, das durch zeitskalierung vermag, einfluss auf die sichtweise einer situation zu nehmen. das videobild selbst ist gesplittet in vier ansichtsfenster. entsprechend den vier dimensionen repräsentieren die fenster draufsicht, seitenansicht, frontalansicht und ein zeitfenster (dargestellt als laufendes bild). der weg durch das video "perceptive faculty 2" ist ein aufsteigen von einer wahrnehmungsebene zur nächsten. durch simulierte veränderung der abspielgeschwindigkeit wird auf die unterschiedlichen interpretationen einer situation eingegangen: je nachdem ob sich die abspielgeschwindigkeit verringert, verdoppelt oder verdreifacht, transferiert die wahrnehmungsebene. bei erreichen der maximalen abspielgeschwindigkeit tauchen die betrachterin und der betrachter in eine zeitebene ein, die den blick auf neue raumwahrnehmungen freigeben. in diesem zustand lösen sich die ansichts- bzw. dimensionsfenster aus ihrem hintergrund und bilden einen von gewohnten dimensionierungen befreiten, eigenständigen raum. vergleichbar mit fotografischen effekten, in denen durch lang- oder kurzzeitbelichtung neue wahrnehmungseindrücke entstehen, zeigt diese arbeit - durch die manipulation der "zeitskala" - die umgebung aus neuen "zeitperspektiven". [n:ja]

Hofstetter Kurt
Barbara Doser
CROSSOVER
1995, 7:15

ein Kreuzungspunkt als Quelle pulsierenden Lichts, an dem sich Messages von und für Sarajevo begegnen.

E
in Video, das in Erinnerung an das telematische Live-Radio-Event "CHANGING MESSAGES PARALLEL CROSSOVER" von Hofstetter Kurt, Norbert Math und Barbara Doser enstanden ist und von TRANSIT in Kooperation mit dem ORF organisiert wurde.
Am 16.03.1995 waren Musiker in Sarajevo (Miroslav Maraus, Igor Camo im Studio RTV BiH) mit Musikern in Innsbruck (Norbert Math, Hofstetter Kurt im Sendesaal ORF Tirol) über eine Satellitenverbindung und Telefonleitungen miteinander verbunden und spielten in einem Konzert zusammen. Dabei wurden akustische Messages für Sarajevo, produziert von Künstlern aus aller Welt, und Messages für die Welt, produziert von Künstlern aus Sarajevo, als Klangmaterialien verwendet.
Das Konzert war unter anderem in einer Video-Infrarot-Sound-Installation im großen Sendesaal des ORF Landesstudio Tirol live visuell und akustisch miterlebbar.

skot (Tina Frank / Matthias Gmachl)
AUS
1998, 4:07
music: Christian Fennesz
production: mego

Aus den unterschiedlichsten Ausschnitten schaffen Skot zu der Musik von Christian Fennesz ein Kaleidoskop der Welt der bewegten Bilder. Mittels Irritationen und Überlagerungen stellen sie die Manipulierbarkeit und die Fragilität des Filmmaterials in den Vordergrund. (BBU)

Holger Lang
ACTUAL REALITY
2000, 7:30

Mein Film ist eine kurze Szene welche als Loop endlos laufen könnte, hier aber nur einmal abläuft: Ein Mann schläft, steht auf, putzt seine Zähne, setzt sich an den Computer, schaltet diesen ein und surft im Internet, dann steht er auf, legt sich ins Bett und schläft weiter. Dieser minimale Handlungsstrang ist von einer Bild und Ton-Collage überlagert, welche die überwältigend große Flut an Informationen, Bildern, Eindrücken, Geräuschen und Musikstücken, der wir im Alltag wie im auch im Internet ausgesetzt sind, widerspiegelt. Wie in einem Traum gehen Bilder ineinander über und verschwimmen im Kopf. Ob der Mann in meinem Film wirklich munter geworden war, oder ob er nie aufgestanden war und alles nur geträumt hatte, hat kaum Bedeutung, da die Ähnlichkeit der überschwemmenden Flut der Eindrücke in beiden Situationen groß ist. Die Frage ob Bilder tatsächlich erlebt oder nur erinnert werden, ob die Eindrücke real oder imaginär sind, wird von der Masse der Bilder und Eindücke unbeantwortet beiseite gedrängt. In einer digitalen Bearbeitung der einzelnen Filmbilder wurden verschiedene Bildquellen mit der eigentlichen Szene so stark vermischt, dass die erkennbaren Grenzen der Bildinhalte verloren gehen. Über mehrere Tage wurden Web-Cam Bilder von weit entfernten Orten der Welt aus dem Internet geladen. Hunderte Einzelbilder von zahllosen Web-Sites wurden gesammelt, auch digital überarbeitete Fotos von verschiedenen Landschaften aus verschiedenen Ländern wurden angepasst und Bild für Bild überlagert. Der akustische Hintergrund ist eine Toncollage aus Teilen eines Songs mit dem Titel "biocyberology". Der Clip wurde wie ein Animationsfilm aus den bearbeiteten Bildern wieder zusammengesetzt. Die Frage danach, was in unserer Welt noch "scheinbar", "virtuell" und was "real", "wirklich" ist offen. Der von einer Informationsflut überforderte Mensch drückt ebenso wie der träumende Schläfer die Einheit und Gleichzeitigkeit aller inneren und äußeren Zustände aus.

Gertrud Fischbacher
MASS M.O.C.A
2001, 1:37

An der Schnittstelle zwischen Natur und Künstlichkeit ist dieses Video als ein nahezu "ral-time-clip" anzusiedeln. Das Motiv ist teilweise als das zu sehen was es ist, teilweise abstrakt, in Strukturen, Mustern, Licht, Richtungen und Rhythmen entstehend durch die Langsamkeit des Auges und der Kamera, bzw. die Kamerabewegung. Die Formen und Bildschirmstrukturen beginnen zu oszillieren und untereinander zu kommunizieren. Der Originalsound bildet die akustische Ebene.

Oliver Hangl
LOVERS' WALK (work in progress)
2001, 7:01

25 Musiker wurden unabhängig voneinander beauftragt, einen Original-Soundtrack zu einem S-8 Kurzfilm zu komponieren, der 1995 gemeinsam mit Andrea Gergely (H) gedreht und 1998 geschnitten wurde. Ziel ist es, ein möglichst breites Spektrum an verschiedenen Musikrichtungen nebeneinander zu stellen, um die Wechselwirkung von Bild und Ton zu untersuchen. Von Pop zu Rock über Electrofluff hin zu Jazz und Moderne Klassik und...
Geplante Veröffentlichung auf DVD und Audio-CD: Frühjahr 2002.
Inhalt: "Lovers' Walk" zeigt einen jungen Mann, der in einem Park auf seiner Gitarre spielt. Überrascht vom plötzlichen Auftauchen eines fliegenden Mädchens, spielt er ein Gitarrensolo, um zuerst selbst und schließlich mit ihr gemeinsam zu fliegen.