Kunst - Videokunst, die
Gewaltszenen darstellt oder andeutet, macht einerseits Gewalt sinnlich erfahrbar,
andererseits wird sie aber, weil sie als Kunst wahrgenommen wird, aus einer
gewissen Distanz wahrgenommen. Im Programm sehen Sie Auseinandersetzungen mit
diesem Themenbereich - psychische und physische Gewalt erfahrbar gemacht einerseits
am eigenen Körper (Export, Pöschl, Huber) oder am Körper durch
technische Vermittlung (Althaler, Granular Synthesis), andererseits durch Medien
(Woelfl) oder Narration (Denzer, Schatzl). Künstlerinnen und Künstler
thematisieren im Kontext der Videokunst diese Realität unseres Alltages.
Gewalt in der Videokunst ist meist keine Gewalt(Verherrlichung), sondern zeigt
Bilder von Vorstellungen, wie Gewalt wirkt oder wirken könnte. Dies ist
ein wichtiger Unterschied, denn man sieht die Videos immer aus einer doppelten
Perspektive - von außen, mit Distanz und von innen, durch seine eigene
Phantasie. Und wir können uns dabei selbst beobachten, wie diese Bilder
auf uns und in uns weiterwirken.
Der für diese Auswahl gewählte Themenkomplex stellt nur eine Möglichkeit
dar, wie die Video Edition Austria, aus der alle Arbeiten dieses Programms stammen,
rezipiert werden kann. Die 14-bändige Edition zur österreichischen
Videokunst erlaubt ein Umherschweifen zwischen künstlerischen Positionen
zwischen 1969 und-2001. Kontinuitäten und Disparitäten gesellschaftlicher
Fragestellungen, ästhetischer und formaler Zugänge und technologischer
Veränderungen können so verfolgt werden und machen die Geschichte
österreichischer Videokunst auch nachvollziehbar.
Programm: Gesamtlänge
65:37 min
Valie Export: Hyperbulie, 1973, 6:35
Michaela Pöschl: Der Schlaf der Vernunft, 2000, 13:48
Bernadette Huber: Grüß Gott Österreich !, 2000, 4:12
Chris Althaler: Men, 1987, 3:45
Granular Synthesis: Motion Control. Model 5, 1993, 1:58
Robert Woelfl: Die Zeit junger Mann hat uns beiden eine Lektion erteilt, 1988,
6:15
Robert Woelfl, Klaus Schuster: Alles und nichts anderes, 1991, 11:50
Ricarda Denzer: Tür 14 - reading in absence, 2001, 13:00
Leo Schatzl: Vom künstlichen Raum und der Beschleunigung des Künstlers,
1987, 4:14