Border # 0

Border#0
Sabine Bitter, Helmut Weber

Österreich 1998, 1:44 min, loop, no sound

Der schwarz/weiße Videoloop, dessen Ausgangsmaterial Fotografien von sozialen Wohnbauten der 60er und 70er Jahre in Wien und Bratislava sind, handelt von Medien, Architektur und der Zirkulation von Informationen und Kulturen. Die Satellitenschsseln an den Fassaden dieser schmucklosen Bauten kommen dem/r Betrachter/in als sich schnell vergrernde oktogonale weiße Flchen entgegen, lschen das architektonische Bild aus und bedecken es schließlich zur Gnze. Dann werden die weißen Flchen wieder kleiner, ein anderes, strukturell und sozial hnliches Gebude kommt in das Bild. Der Effekt ist ein gleichzeitiges Auslschen und Verknpfen dieser Gebude. Das Ausdehnen und Zusammenziehen der projizierten Leerrume bilden einen weichen bergang zwischen den unterschiedlichen rtlichkeiten; der sich ausdehnende weiße Raum, der sich ber die Bilder legt, meint nicht ein cinematographisches Aus- und Einblenden als Szenen- oder Handlungswechsel, sondern eine Bewegungsklammer von einem Gebude zum nchsten. Als visuelle und soziale Implikation bedeutet diese Informationsbertragung zwischen den Bauten - einschlielich der einzelnen Wohnungen innerhalb dieser - auch eine Konstruktion derselben als globales soziales Netzwerk. Mit der Visualisierung von Mediennetzwerken in Bezug auf Architektur und Globalitt verhandelt "Border#0" die Frage, wie eine solche Mediatisierung in Bezug auf Grenzen gesehen werden kann. Als Intervention in den Diskurs ber Grenzen - der zeitweilig in eine Ansicht von freien Mrkten und einer grenzenlosen Welt mit freiem Verkehr von Ideen und Kapital gekippt ist, whrend real existierende Grenzen, mit denen die migrierende Arbeiterklasse konfrontiert wird, ignoriert wurden - stellt "Border#0" eine Realpolitik von Grenzen zur Disposition, die darauf hinweist, dass zwar nationale, kulturelle, klassenspezifische und ethnische Grenzen durch Globalisierung und Medienzugang neu konfiguriert wurden, dass sie aber noch immer gelebte soziale Wirkungen zeigen.

A black and white video loop composed of photographs of sixties' and seventies' social housing blocks from Vienna and Bratislava, Border#0 addresses the issues of media and architecture, and the global circulation of information and cultures. The satellite dishes on the facade of these unadorned buildings rapidly expand outward toward the viewer as white octagons, blanking out or covering over the architectural image - as the white recedes, a different (yet structurally and socially similar) building emerges. The effect is both an obliteration of the architecture and a linking between them. The expansion and recession of the projected blank spaces smoothly links these different sites; the expanding white spaces that take over the image do not function cinemagraphically as a camera iris opening and closing to indicate a shift in scenes or acts, but there is a conjunctural movement where one building leads to another The visual (and social) implication is that the transmission of information from these separate buildings constructs them - and the separate apartments within them - into a global social network. By visualizing media networks in relation to architecture and globality, Border#0 raises the question of how such mediation flows in relation to borders. As an intervention into the discourse of borders which has lapsed into a free-market view of a borderless world allowing the flow of ideas and capital while ignoring the very real borders encountered by a migrant working-class, Border#0 proposes a realpolitics of borders by pointing out that, while national, cultural, class and racial borders have been reconfigured due to globalization and media access, they still have lived social effects.

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