Bridge to Monticello

Bridge to Monticello
Michael Pilz

Österreich 1996/1998, 110 min,
eng, dt/ger, eng subtitles

1996. Anfang Mrz fuhr ich mit dem Zug von New York nach Washington. Mein Freund, der Maler Josef Schtzenhfer, hatte mich ein Jahr zuvor eingeladen, um mir sein Zuhause zu zeigen, da er vorhatte, nach mehr als zwanzig Jahren in den USA nach sterreich zurckzukehren. Ich verbrachte drei schne Tage im Kreis der Familie, im Haus und in Josefs Werkstatt. Es gab viel zu erzhlen und zu zeigen. Zwischendurch fuhren wir mit Louie, dem vierjhrigen Sohn von Janice und Josef, der gern mit Zgen spielt, zum Einkaufen und zu abgelegenen, stillen Pltzen.
Mit der Zeit habe ich gelernt, so zu filmen, dass das gefilmte Material kaum einer Nacharbeit bedarf, obwohl ich mir, wie auch in Dallastown, nichts Besonderes vornehme und gern ins kalte Wasser springe. Dafr bedarf es der gefhlsmigen Nhe zu den Personen, Objekten und Geschichten, die ich filme, gleichzeitig aber auch der sachlichen Distanz. Ich filme nicht nur das, was vor mir objektiv geschieht, sondern auch die Art und Weise meines subjektiven Erlebens. So werden mir nicht nur uere Ereignisse, sondern auch eigene Geschichten bewusster. Das Filmen und die Vorstellung des fertigen Films werden eins, im Augenblick. Auch in Dallastown filmte ich mehr oder weniger "hier und jetzt" und im Gleichgewicht zwischen ueren, fremden, und inneren, eigenen Motiven, und so ergaben sich Bewegung, Rhythmus, Tempo, Form und Inhalt, Textur und Text des Films wie von selbst, schon whrend des Filmens. Im nachhinein gab es, zumindest an der filmischen Grundstruktur, nichts mehr zu ndern.
Der Titel "Bridge to Monticello" bezieht sich auf zwei Bilder, die mir Josef in Dallastown zeigte und die mich vom ersten Anblick an sehr berhrten. Spter erzhlte er mir von Thomas Jeffersons Landsitz Monticello, den dieser selbst entworfen hatte und der heute eine Art nationaler Schatz ist, nicht allzuweit weg von Dallastown, in Virginia. Josef war fters dort, nicht nur zum Malen. Auf einer alten, ungepflegten Zufahrt fand er diese zwar ursprnglich solide gebaute, doch mit den Jahren baufllig gewordene Brcke. Niemand kmmert sich darum. Wieder ein Beispiel dafr, sagte er, wie nachlssig mit Natur, mit schnen Dingen und mit der eigenen Geschichte umgegangen wird.
Michael Pilz

Pilz has worked for years with small handy video formats and in doing so has developed a style of his own of documentary film-making that is close to the travelogue and the home-movie. Travelling and filming, Pilz has accumulated a personal video archive from which he can compile films very independently with his own digital equipment. He has grown used to shooting his films in such a way that during the editing little more has to be done. A precondition is a personal commitment from the people he films.
Bridge to Monticello was shot in 1996 in Dallastown, a small American town near Gettysburg. Pilz was visiting his friend, the painter Josef Schützenhöfer, who had been living and working in the United States for more than twenty years and had decided to return to Austria. Before he left he wanted to show his work and his surroundings to Pilz. The filmmaker spent several days with Schützenhöfer, his wife Janice and little son Louie. The little boy in particular plays an engaging role in the film that is dedicated to him. Pilz first shows the artist going about his everyday activities, before following him to his studio. They talk about all kinds of things, go shopping and look around. Once inside the artist's study, Pilz looks round admiringly and hears an explanation of what the grand political panorama the artist has been working on for years will look like.
International Filmfestival Rotterdam, January 1999

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