Gewalt in der Ehe

Gewalt in der Ehe
Ilse Gassinger, Gerda Lampalzer, Anna Steininger

Österreich 1984, 40 min,
dt/ger

Drei Bewohnerinnen des Zweiten Wiener Frauenhauses erzählen ihre Ehegeschichten.
Aus einem Gespräch mit ihnen entwickelt sich im Verlauf der Aufnahme ein Gespräch unter ihnen: wie sie aus der Bevormundung des Elternhauses in die Ehe geschlittert sind, wie die Ehe sich nach kurzer Zeit als Ort seelischer und körperlicher Gewalt entpuppte.
Die Frauen erzählen von ihrer Scham, ihren erlittenen Demütigungen, vom Verheimlichen - anfangs. Sie schämen sich für das, was ihnen die Männer zufügen, finden immer neue Ausreden für ihre "blauen" Augen. Die Frauen dulden ihre Situation - so lange, bis die Männer auch die Kinder schlagen. Erst dann finden sie den Weg zur Polizei und erleben erneut Unverständnis, Demütigungen: Zweifel am Ernst der Verletzungen, Einstellung der Ermittlung wegen Geringfügigkeit (der Mann war ja bisher unbescholten). Anzeigen verschwinden, Verletzungen werden für nicht beweiskräftig gehalten. Aber damit nicht genug: Selbst Freunde und Nachbarn schließen die Augen vor der Realität, schlimmer noch, sie sympathisieren mit den Männern, geben der Frau die Schuld an ihrer Lage, während sie die Männer voll rehabilitieren. Zwischen den Gesprächen: Fotos, Interviews mit Männern, ein Rollenspiel, in dem die Kinder der Betroffenen "Szenen einer Ehe" aus ihrem "reichhaltigen" Erfahrungsschatz nachspielen.
Die Erfahrungsberichte der Frauen sind nicht nur beispielhaft und stellvertretend für Tausende anderer Ehen, sie zeigen auch, dass Frauen es schaffen können, wegzugehen, einen Trennungsstrich zu ziehen, auch und trotz des Resumees einer der Betroffenen am Schluss des Gesprächs: "... und das alles nur, weil du die Schwächere bist", das eine ihrer Mitbewohnerinnen mit einem "Aber ich bin nicht die Schwächere!" abwehrt.
Das Videodokument "Gewalt in der Ehe" "entlarvt pointiert patriachalische Herrschaftsstrukturen und ist ein Beitrag zur Gewalt-Diskussion." Margarethe Köhler
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