Im Wohnzimmer die Welt. Ein Katalog von A-Z.

Im Wohnzimmer die Welt.
Ein Katalog von A-Z.
Eva Brunner-Szabo

Österreich 1995, 29 min,
dt/ger

 

 

 

 "Ich bin ein Auge. Ein mechanisches Auge. Ich, der Apparat, zeige dir eine Welt, so wir nur ich sie sehen kann. Ich befreie mich heute und immer von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ständiger Bewegung. Ich nähere mich den Dingen und entferne mich von ihnen. Ich krieche unter sie. Ich bewege mich neben dem Maul eines rennenden Pferdes. Ich falle und erhebe mich mit den fallenden und sich erhebenden Körpern. Das bin ich, der Apparat; ich manövriere in chaotischen Bewegungen und nehme eine Bewegung nach der anderen in komplexen Kombinationen auf." Dsiga Vertov

Ein Video bestehend aus drei Teilen:
- Der Maschinenmensch (=Produktionsroboter), der letztendlich die Bilder erzeugt, die wir heute sehen (DIE BEWEGUNG)
- Die Farben des Testbildes (DAS FILTER)
- Der Katalog von A - Z (DIE AUFNAHME)
Die Bewegung des Maschinenmenschen als Raster, der über den Bildern liegt, synonym für den Raster, der über den heute produzierten Bildern liegt. Sie sind letztlich alle Fernsehbilder. Auch wenn ich auf der Straße gehe, wie ich sehe, was ich wahrnehme, hängt davon ab, was mir das "Weltbild" Fernsehen zeigt, selbst wenn ich will, kann ich mich dem nicht entziehen. Ich bin damit aufgewachsen. Als Filter das Testbild, das über den Bildern liegt und durchläuft und immer wieder von vorne beginnt, ohne Ende. Testfarben, die überall auf der Welt gleich sind - weiß, gelb, grün, violett, rot, blau, schwarz... genauso die Bilder. Der Krieg in Jugsolawien sieht in Brasilien genauso aus wie in Österreich oder in Spanien, in Nigeria oder in Polen.
Ausgangspunkt waren 15 Farbdias. Details aus dem Alltag und aus der Fremde. Die Details als Synonym dafür, das das Fernsehen uns alles ins Haus und vor die Augen bringt, egal ob es neben uns passiert oder 8.000 Kilometer entfernt (DIE WELTBILDER). Die Dias wurden projiziert und dann, noch in Farbe, mit der Videokamera aufgenommen. Beim Schnitt wurden die aufgenommenen Dias auf s/w transformiert, um dann in einem nächsten Schritt in den Testbildfarben wieder eingefärbt zu werden. Die Bewegung des Produktionsroboters, 22 Sekunden dauert ein Durchlauf, als Raster der über den Bildern liegt, synonym für den Raster der über den heute produzierten Bildern liegt. Sie sind letztendlich alle Fernsehbilder. Auch wenn ich auf der Straße gehe, wie ich sehe, was ich wahrnehme hängt davon ab, was mir das "Weltbild" Fernsehen zeigt, selbst wenn ich will, kann mich dem nicht entziehen. Ich bin damit aufgewachsen (DER MASCHINENMENSCH). Als Filter, das über den Bildern liegt und durchläuft und immer wieder von vorne beginnt, ohne Ende (DIE FARBEN DES TESTBILDES). Testfarben die überall auf der Welt gleich sind - weiß, gelb, cyan, grün, violett, rot, blau, schwarz.

"I'am a mechanical eye. I, the machine, show you the world so, as only I can see it. From now and into the future, I free myself from the human immobility. I am in uninterrupted motion, I approach objects and I withdraw from them, I crawl under them, I climb up them and move beside the mouth of a galloping horse... I fall and rise, together with the fall and rise of the objects. I, the camera... manoeuvring in the chaos of movements, recording one movement after the other in the most complicated combinations." Dsiga Vertov

Each program consists of three parts:
The catalogue
The motion
The filter
and is a confrontation with the television-medium, the way of seeing and the transformation of man's "life-world" and his seeing through television.
The movement of a television production robot, which starts each TV segment/topic and lies above the filter, represents the grid, which is superimposed upon today's television pictures, synonymous to the fact, that at least all pictures today are television pictures. How I see, what I perceive, depends upon what the "world picture" television is showing me; even if I want, I can't withdraw from it.
The filter is the test pattern; testcolours, which are the same all over the world - white, yellow, cyan, green, violet, red, blue, black.
The catalogue, scenes and details out of everyday life and foreign countries indicate, that television delivers everything into our home and in front of our eyes, no matter if it happens next to us or thousands of kilometres away. Or did the war in Yugoslavia look different in the Brazilian, the Netherlands or the Liberian television, than in the Austrian television? This installation encapsulates the world wide most widespread massmedia television, which has changed our society more, than the most people are conscious of. In the living room - the world. A catalogue from A-Z is my playful confrontation with this complex of theme. I put Vertovs quotation in the beginning, because television as a whole fulfils the conditions, which Vertov prescribed for cinema - namely the cinematic perception of the world, like montage in time and space; filming in motion; dissolving of velocity; dissolving and concentration of dissolution. I took for this installation, like for my work in general, Vertovs ideas as a model. What means, I show the visitor a visual phenomenon, which seems the most suitable to me (not always the usual).
Die Produktionen aus unserem Medienarchiv sind älteren Datums und daher in verschiedenen Videoformaten oder nur als Ansichtskopie vorhanden.

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