Indian Diary - Days at Sree Sankara

Indian Diary - Days at Sree Sankara
Michael Pilz

Österreich 2000, 168 min, malayalam, eng, dt/ger,
no subtitles

"Schauen, bis die Dinge selber reden=" gilt auch für Miachael Pilz' neuen Film "Indian Diary - Days at Sree Sankara", die Chronologie eines Kuraufenthaltes des Filmemachers in der südindischen Kleinstadt Changanacherry. Es ist ein Sample von Wahrnehmungsfragmenten, das der Dramaturgie des Einlebens und der langsamen Erkundung der Gegend rund um das Hospital Sree Sankara folgt. Die langen statischen Einstellungen vom Klinikzimmer, dem Blick auf die Veranda, den Bäumen im Garten geraten in Bewegung bei den ersten Ausflügen in die Stadt, die Shots von der fahrenden Rikscha herunter erinnern fast an Jacques Tatis Trafik. Bald betreten die Krankenschwestern die Szenerie und werden sich als festes Figurenensemble durch den ganzen Film ziehen. Sie übernehmen zeitweise sogar die Regie - erst zögernd, dann zunehmend selbstbewußter - und beschreiben mit ihrer Caméra Stylo einige Seiten dieses Tagebuchs auf ihre ganz eigene Art. Alltagsrituale werden sichtbar, Massagen, Waschungen und Meditationen, und langsam beginnt man sich wie Pilz zu orientieren. Doch immer wieder friert das Bild gleichsam ein und zeigt präzise kadrierte Stilleben von der Stadt und der Natur, audiovisuelle Kontemplationen von geradezu taktiler Intensität, die das Innen und Außen der Wahrnehmung verschwimmen lassen.
Es liegt ein großes Staunen über diesem Film, ein fast naives Hingucken ohne jegliche ethnographischen oder touristischen Wahrnehmungsfilter, sei es, daß ein Elefant minutenlang beim Fressen gefilmt wird oder ein Mann dabei, wie er mit bloßen Händen in glühende Kohlen greift. Alle Beobachtungen und seien sie manchmal noch so unspekatakulär, stehen gleichberechtigt nebeneinander und konkurrieren nicht um die vorderen Plätze in einem Fotolbum. Denn wer genau und lange genug hinsieht, braucht kein Foto mehr, und wenn die Dinge selbst zu sprechen beginnen, muss man nicht mehr über sie reden. Oder wie sagte Jack Garfein am Ende von Pieces of Dreams: "There's nothing left to tell."
Mark Stöhr

A beautiful start. You go to the cinema, it gets dark and then the music starts. You take it up, you surrender to it. Only after a while are there the hissing and the images, that are different and strange, you don't know where you are, where from, where to. No special indications. No one. Just random glances. Slowly. The listening and looking continues. Then pieces of people loom up, stooping forward, strange forms, sounds and picture. Crows squark. There night, there day, light, dark. Tranquil, moving, slow, fast. And silence, always silence again, very important. And loud, shrill music, you don't know where or why. A verandah. A room. Vague voices. Then an untiring city, traffic, an alert look, open, not consumed, magic movements, as if acted. As if half asleep. No haste in this diary from India. Surroundings, way of life, colours, lights, sounds, one threaded into the next and all speaking to each other, loud and then soft. Making films and seeing films is, for me, like getting in a train, looking outside and being amazed: just look what's all going on! Something is going on! Be open, allow yourself to be overwhelmed, to be moved, by chance, irrespective of how strange it is, or how inexplicable, and sometimes also disgusting. I am just hungry, curious, but not only about what happens in front of the camera or on the screen, but also about what happens to me. Sometimes the most incredible things happen.
30th International Filmfestival Rotterdam 2001

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