Synapsen

Synapsen
Gertrude Moser-Wagner, Elizabeth McGlynn

Österreich 1991, 28:30 min, dt/eng subtitles

Ausschnitt aus Video ansehen/See excerpt from video   

Kunstvideo für Naturwissenchaftler - EINE BILD-ZU-BILDBEATMUNG.
Geschlossene Systeme können bloß korrespondierend miteinander verglichen werden. Öffnet sich aber der Blick hin auf Randgebiete und Schwachstellen, so entstehen neue Felder und Bezüge: SYNAPSEN.
Das Forscherische ist unsere Haltung. Sie verbindet uns als Künstlerinnen mit dem Medium, das wir verwenden, sie verbindet uns, Objekte bildend, mit dem Gegenstand der Beschau.
In den konventionellen Wissenschaften nimmt das Objekt einen unbeweglichen Standpunkt ein (sobald es sich bewegt, ist die Versuchsanordnung hinfällig). In der Kunst, wie wir sie verstehen, nicht. Die Untersuchung des Verhältnisses zwischen Beobachter und Beobachtetem hat in Kunst und Wissenschaft unseres Jahrhunderts die Einsicht gebracht, dass der (die) Erkennende und die Welt einander gegenseitig definieren.
Feldforschung: Die Messgeräte der Kunst können in Gebiete vordringen, welche von herkömmlichen Systemen nicht registriert werden. Wie aber misst die Kunst, welcher ist ihr Raum, wie ergreift die den Stoff, worin zeigt sich ihr Umgang mit Materie, dem Stein etwa, oder abstrakt, der Zeit? Was wären also ihre Methoden, ihre Orte, und, wie würde sich beispielsweise eine Methode der bildenden Kunst von einer naturwissenschaftlichen Methode unterscheiden? Würde sie?
Feldforschung/Fundstellen - zwei Begriffe, die für beide Disziplinen verbindlich sein könnten.
Die Ergebnishaftigkeit der sogenannten exakten Wissenschaften und der Werkcharakter zeitgenössischer Kunst lassen heute subjektiv/objektiv-Zuschreibungen in veränderbarer Sichtweise zu. "...dass der Erkennende und die Welt einander gegenseitig definieren (...) das ist ein vernünftiger, wissenschaftlicher Standpunkt..." Francisco Varela in einem Interview, Wien 1990
Die Eigenzeit des biologischen Menschen ist mit dem Gleichzeitigkeitstaumel des modernen Imaginationsmenschen verquickt. So erzeugen sich Synapsen in Raum - wie in Zeitdimensionen, im Ton - wie im Bild-Erleben, in den Künsten wie in den Wissenschaften.
Anlässe hierfür will das Video erzeugen, das sich selbst als Synapse versteht. Das Aufbrechen von Sehgewohnheiten, ein Prinzip des Übergangs hat eingesetzt. Die Schranken zwischen den einzelnen Disziplinen fallen, der Stoff ändert sich. Oder ändert sich die Tätigkeit, oder bloß die Sichtweise?

Initially a project for a Museum of Natural History, where it was the subject of a parallel appearance of both contemporary art and current natural science on the site of scientific accumulation of nature, SYNAPSES started as a video project in 1990. This video, which was completed in 1991 and has recently also been made available in an English version, incorporates practical and theoretical contributions of artists and scientists from several countries. We owe some valuable insights and fruitful discussions to these contributors. SYNAPSES became a superordinate term for a working principle that attempted to inspire the breaking up of conventional customs of perceiving and categories of definition in both disciplines. The prime motivation for us woman artists was looking at results and questioning the material from which these results are made of. Thus we compared our access to the material with that of natural science.
The focusing of attention, the techniques of selection, research and representation - art and science have so many points in common, it seemed to us. In the systematic and less process-oriented element of science, however, we did not always recognize our own notion of vitality, that of art. Still, this did not deter us from regarding both art and science as equally useful fields of research and from inquiring about the measuring instruments.
Video can be seen as a synapse, as a trigger for pictures and concepts, as the principle of neighborhood in the awareness of constant transition. The visual arts also define themselves from the context in which they make their contributions, their de-materialization in the media age entails a new definition of the notion of body.

Die Produktionen aus unserem Medienarchiv sind älteren Datums und daher in verschiedenen Videoformaten oder nur als Ansichtskopie vorhanden.

Wenn sie Interesse an dieser Produktion haben, bitte kontaktieren sie uns unter office@medienwerkstatt-wien.at

Wir informieren sie dann gerne, ob und wie wir diese Produktion zur Verfügung stellen können.