hildebrand/vordernberg

 
 
 

 
 
 
 
 
 
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hildebrand/vordernberg

 
Martina Tritthart
 
Österreich 2002, 17 min, dt/ger
Inhalt    Mediaclip     

Hildebrand Prett war praktischer Arzt, Mitglied der NSDAP, von 1938-1945 Ortsgruppenleiter in Vordernberg/Steiermark und er war mein Großvater. Im Mai 1945 nahm er sich zusammen mit seiner Geliebten Edith in einem Wald in der Nähe von Vordernberg das Leben. Meine Großmutter Erika erzählt von ihren Empfindungen aus diesem Abschnitt ihrer Lebensgeschichte. Ausschnitte aus privaten 8mm-Originalfilmen, aufgenommen von Hildebrand und Erika, unterstreichen die Verklärung der persönlichen Erzählung. Das Video thematisiert die private Auseinandersetzung mit der persönlichen Vergangenheit im Kontext der Geschichte. Mythologisierung und Wiederholungen verschleiern und schützen vor dem Schmerz, den die eigene Erinnerung hervorruft. Es ist der Schmerz der Demütigung und der Verlust des Glaubens an das heile Familienleben. Erika wurde in ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter enttäuscht und sieht sich als Opfer der Gesellschaft. Sie gerät in einen Konflikt zwischen Heroisierung des Selbstmordaktes des Mannes, ihrer Eifersucht wegen der Nebenbuhlerin und der Verantwortung über das eigene Leben und das der Kinder. Erikas Wahrnehmung war ganz auf das private kleine Glück ausgerichtet, die grauenhaften Ereignisse der NS-Tyrannei wurden von ihr wie auch von den meisten ignoriert oder verdrängt. Nach und nach erzählte mir Erika mehr über die vielen Toten, die am Fußmarsch nach Mauthausen ermordet wurden und auf der Strasse zum Präbichl liegen geblieben sind. (Martina Tritthart) Das Video entstand im Rahmen des Projektes "Akte Erzberg", das vom Forum Stadtpark Graz organisiert wurde. Martina Tritthart