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Paranormal

 
Gerda Lampalzer, Manfred Oppermann
 
Österreich 1997, 49:40 min
Inhalt    Mediaclip     

Es scheint, als würde die "Entzauberung der Welt", von der Max Weber sprach, nach dem Höhepunkt der Aufklärung eine Gegenreaktion provozieren. Das Interesse an unerklärlichen Phänomenen nimmt zu, was sich allein schon daran ermessen lässt, dass die Fernsehanstalten, untrügliche Trendbeobachter, vieles in diese Richtung unternehmen. In paranormalen Phänomenen manifestiert sich ein unaufgeklärter Rest in der faktischen Wirklichkeit, eine andere Dimension, die nur durch ‚Medien‘ (menschlicher oder technischer Natur) zugänglich ist. Der Film Paranormal gestaltet eine Recherche im Milieu der Grenzwissenschaften als Parallelaktion. Die Filmemacher suchen Experten und Amateure des Übersinnlichen auf und lassen sich die Methoden, mit dem ‚kosmischen Informationsfeld‘ in Kontakt zu treten, erläutern. Die dazu notwendigen Apparaturen bilden einen wesentlichen Bestandteil der Erzählung. Auf ihrer Suche nach Sinneinheiten im Chaos verwenden diese Forscher interessanterweise Techniken, die in der derzeitigen populären Kultur zentral sind: Zerlegung, Sample, Scratchen.
Parallel dazu unternehmen Lampalzer/Oppermann auch Selbstversuche mit verschiedensten filmischen Mitteln (von der Einzelbildfotografie bis zur manipulierten 16mm-Kamera), in denen sich das Scheitern dieser Kontaktaufnahme zum Teil ironisch, zum Teil lapidar zeigt. Das Ende bleibt offen: Unbelichtetes Fotomaterial hängt in einem Baum und wird zu einem vieldeutigen Zeichen. (Bert Rebhandl)