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Gesamtliste A-Z

[ma] Trilogy

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

[ma] Trilogy

 
Manfred Neuwirth
 
 
... ein außerordentlich schönes, sinnliches Beispiel für die sanfte Verschmelzung von Dokumentarischem und Inszeniertem; melancholische Serien knapper, genau selektierter Reiseerinnerungen, in Zeitlupe gesetzt und dem Alltag damit entfremdet. Neuwirth dringt gewissermaßen in die Tiefe der Bilder, indem er sie zugleich durchdringend und zärtlich anschaut. (blimp)
Tibetische Erinnerungen

 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

 

Tibetische Erinnerungen

 
Manfred Neuwirth
 
Tibet, Österreich 1988-1995, 23 min, no dialogue
Inhalt    Mediaclip  

Im Tibetischen stehen die folgenden 4 Worte für den Begriff Fernsehgerät: Form, Sehen, Atmosphäre, übertragen. Diese schöne Umschreibung möchte ich als Leitmotiv über meine Arbeit stellen. Während meiner Tibetaufenthalte in den Jahren 1988 bis 1995 ist dieses Notizbuch entstanden. Wenn ich mit einigen Begriffen diese Produktion charakterisieren sollte, dann würde ich folgende Begriffe wählen: Alltägliches, das unglaubliche Licht, die Freude am Gewöhnlichen, der zweite Blick, die Liebe zum Detail, Erinnerungen.
Manga Train

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Manga Train

 
Manfred Neuwirth
 
Österreich 1998, 20:40 min
 
Sumo, Sushi, Surround Sound. Bilder und Töne, gesehen und gehört in Japan, aufgenommen in Zügen und Gärten, auf der Straße und im Regen. Alltägliche Momente, deren akute Schönheit nur zu entdecken vermag, wer, in den Worten von Walter Benjamin, mit der geschärften Wahrnehmung des Flaneurs die Bilder sucht "wo immer sie hausen". manga train baut auf einer musikalischen Struktur auf. Lautsprecherdurchsagen, das Klappern von Pachinko-Kugeln, Musik aus Transistorradios oder das unablässige Donnern des Verkehrs bestimmen den Rhythmus des Films, der sich aus dreißig Einstellungen von jeweils acht Sekunden Dauer zusammensetzt; die Bilder, gefilmt als steady shots, laufen in fünffacher Zeitlupe ab. Die Kadrage, Räume und Bewegungsabläufe werden gleichsam in ihre einzelnen Teile aufgeschlüsselt, um sich binnen eines Wimpernschlags sogleich wieder zu einer Fülle neuer Details und Assoziationen zu verdichten.
Am stärksten kommt dieser Effekt in solchen Einstellungen zur Geltung, in denen zwischen Bild und Ton mitunter ein krasses Missverhältnis zu herrschen scheint. Etwa, wenn zwei Männer im Park selbstvergessen zu einem Song von Elvis tanzen, wohingegen später die Fahrt auf einer Rolltreppe, während der lediglich der blaue Handlauf an der Seite zu sehen ist, sich nachgerade ausnimmt wie ein akustischer Exzess. Oder dann, wenn die Kamera unverwandt auf eine halbverwitterte, rötliche Lehmwand von Rioanji blickt, und nur das andächtige Murmeln der Besucher den Zuschauer daran zweifeln läßt, das Gemälde eines impressionistischen Meisters vor sich zu haben. manga train ist weder reine Avantgarde, noch Dokumentarfilm pur, sondern vein persönliches filmisches Album", sagt Manfred Neuwirth, "ein Album zum Durchblättern. Meine Assoziation zu Japan: Mit dem Herzen staunen." (Michael Omasta)
magic hour
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

magic hour

 
Manfred Neuwirth
 
Österreich 1997-1999, 45 min, no dialogue
 
Der Begriff "found footage" bezeichnet üblicherweise die künstlerische Arbeit mit bestehendem, von fremder Hand gedrehtem Film- oder Videomaterial. Im österreichischen Grenzgängerkino hat diese Technik des "zweiten Blicks" eine starke Tradition. Manfred Neuwirth, selbst ein Grenzgänger zwischen Neuen Medien, Dokumentar- und Avantgardefilm, sucht statt dessen nach dem ersten Blick. Ihm geht es um eine noch buchstäblichere Art von "found footage"- um Bilder und Töne des Alltags, die nicht gesucht, "gebaut" und kompliziert bearbeitet sind, sondern die en passant entstehen und dennoch dicht und mitteilungsfähig werden.
magic hour ist der Abschluss einer - nunmehr abendfüllenden - Video/Film/DVD-Trilogie, die von Tibet (Tibetische Erinnerungen) über Japan (manga train) nach Niederösterreich führt. Der vorurteilslose, nicht-nostalgische Blick auf die Orte, Laute, Geschmäcker der Kindheit und Heimat ist wahrscheinlich noch schwieriger zu fassen als der auf ferne Terrains: Es gibt auch einen Exotismus der Erinnerungsbilder. Doch wenn sich Neuwirth filmend "erinnert", ans Tischfußballspiel und den roten Plastikteufel vom Kirtag, an Blasmusik und Hubschraubersound, an das Gefühl von Schnee und flackerndem Licht, entsteht eine seltene Balance zwischen dem Archetypischen und dem ganz Gegenwärtigen, Einzigartigen; eine Balance zwischen Traum und Tagebuch. Alexander Horwath