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Gesamtliste A-Z

VIDEO EDITION AUSTRIA release 01 DVD 2
Narration / Space

 
Narration
Grüss Gott! Österreich
Der graue Star Die Wehrmacht
Backspace
War Games
War Requiem. Liebe & Anarchie
Trying to remember to forget
Es
Carrousel Deux
Manga Train
Space
Studio
ID.Remix
Catch in the Cage
Tür 14 - Reading in absence
Welldone
€ 14,90 + Versandkosten

 

Grüss Gott Österreich!

 
Bernadette Huber
 
Österreich 2000, 4:12 min
 
Grüß Gott Österreich ! ist die filmische Aufarbeitung eines Telefonmonologs, aufgezeichnet im Jahr 1997 auf dem Anrufbeantworter von Bernadette Huber. "Grüß Gott! Wir machen eine Umfrage von der FPÖ. Wären Sie bereit dazu?"… dieses Originalzitat eines Anrufers involviert in einen längeren Monolog, konfrontiert binnen Sekunden mit ‚klaren‘ Aussagen über Ausländer, Juden, Deutschland, Hitler und führt in eine Reise ins Ungewisse, begleitet von Bildern von Macht - Beifall - Krieg - Tod - Jubel - Alltag - Trauer - Menschenmassen - Protesten. Aneinandergereihtes Found Footage Material aus polnischen Filmen, selbstinszenierte Videoaufnahmen und ein mir zur Verfügung gestellter selbstgedrehter Super-8 Film werden in Kurzsequenzen aneinandergereiht, als Zitatmaterial verwendet. Störbilder, entstanden als ‚Abfallprodukte‘ des gezeigten Materials am Computer, unterbrechen diese Kurzsequenzen und lösen die Situationen auf. Die Bilder marschieren unaufhaltsam, neue Bilder kommen und werden wieder aufgelöst. Die Aufnahme der Stimme, in den Leuchtanzeigen des Aussteuerungspegels des linken und rechten Kanals (L und R) sichtbar gemacht, begleitet den Film, erreicht Pegelspitzen, teilt in L und R. Einzelne Sätze des aufgenommenen Monologs werden zur visuellen Dokumentation des Gesprochenen eingeblendet. Ein Mann droht und outet sich - und - obwohl dokumentiert am Anrufbeantworter, konnte der Anrufer nie ausgeforscht werden. Grüß Gott Österreich! - Grußworte - Bekenntnis - oder Begegnung mit einer nie aufgearbeiteten Nazivergangenheit? ‚Der kleine Mann‘ gibt Antwort.

 

Der graue Star 2 die Wehrmacht

 
Maschek
 
Österreich 2001, 8:22 min
 
Der graue Star 2 - die Wehrmacht ist ein durchaus hinterfotziges Stück Found Footage. Anders als der Titel zunächst vermuten lässt, entstellt die vorwiegend im fortgeschritteneren Alter auftretende Trübung der Augenlinse hier die im Sichtbaren versteckten Kontinuitäten österreichischer Mentalitätsgeschichte zur Kenntlichkeit. Das geschieht formal über einen Chor von Off-Stimmen, die - sich gegenseitig der Evidenz des Gezeigten versichernd - eigentlich nichts Anderes tun, als das ohnehin im Bild Sichtbare kommentierend zu wiederholen, allerdings im Kontext eines Wahrnehmungshorizonts, der das visuelle Material um cirka zwei Jahrzehnte zurückdatiert bzw. geografisch verschiebt. Auf diese Weise werden Amateuraufnahmen aus der Nachkriegszeit, die von ihren Urhebern in aller Unschuld mit der Bewahrung des Erinnerungswürdigen betraut worden waren (mit dem Tagesablauf während einer waffenkundlichen Ausbildung, mit Urlaubsimpressionen in südlichen Gefilden), zu fiktionalen Dokumenten des Alltags in der deutschen Wehrmacht und im argentinischen Exil. Und warum auch nicht: Von Ordnung, Sauberkeit, Männerbündelei, Kameradschaft etc. hätten auch ‚echte‘ Dokumente zu berichten gewusst. ‚Caráoque‘ nennen maschek dieses Verfahren einer Analyse des Sichtbaren über Tautologien: Hier ergreift die Stimme nicht die Macht über die Bilder, sondern fügt sich in die vom Visuellen offen gelassenen Leerstellen ein, damit zur Sprache kommen kann, was gemeint war. Das klingt dann vielleicht anders als von den Urhebern intendiert, trifft die Sache aber in ihrer Substanz. Und lustig ist es auch. (Vrääth Öhner)

 

Backspace

[Videotanz aus dem Familienalbum]
 
Anita Kaya
 
Österreich 1997, 5:01 min
 
In Backspace ist die Familienfotografie Ausgangspunkt und Katalysator für Erinnerung, der ‚emotionale Raum‘ hinter dem zweidimensionalen Bild öffnet sich und entwickelt sich in einem tänzerischen Duett. Es ist ein Duett auf einem Sessel, ein Duett zwischen Erwachsenem und Kind, zwischen Mann und Frau. Eine physische Beziehung zweier Körper, ständig in Kontakt. Die Geschichte bewegt sich zwischen sich Positionieren vor der Kamera und der subtilen Grenzlinie von Spaß und Aggression. Ein Kräftemessen zwischen Koketterie und Ohnmacht, zwischen Präsentation und Manipulation. Ein Machtspiel zweier Körper, ein Gewaltakt hinter der lächelnden Fassade und die Unmöglichkeit, die entstandene Eigendynamik des ‚Spiels‘ zu stoppen …

 

War Games

 
Elizabeth McGlynn
 
Österreich 1994, 14:13 min
 
Ein Kinderspiel in einem Hinterhof in Slowenien August 1993, zufällig als Blick aus dem Atelier gefilmt. Im Hintergrund das Radio: Nachrichten aus Sarajewo. Der Finger bleibt auf ‚record', keine Ahnung warum. Plötzlich wird die Intimität des Gewöhnlichen fremd und gefährlich: Kriegsgesten, Gewaltgesten. Eines der Kinder, erfahre ich später, kommt aus Bosnien und lebt in dem soeben errichteten Flüchtlingscamp außerhalb der Stadt. Der Deutsche Schäfer meiner Gastgeber vom ‚partisanskji dom‘ begleitet mich in ein Stück Geschichte dieses Ortes. Habe ich soeben selber Geschichte gefilmt? War Games ist Teil der Trilogie What I see is not what I know, drei slowenische Videostücke, welches während eines ‚artist in residence‘ Projektes in Slowenien entstand und beim steirischen herbst 1994 erstmals gezeigt wurde.

 

War Requiem. Liebe & Anarchie III

 
Eva Brunner-Szabo
 
Österreich 1994, 1:50 min
Inhalt    Mediaclip     

Zur Serie Liebe & Anarchie (work in progress) seit 1990: Die Themen, mit denen ich mich in dieser Serie beschäftige, sind ein ‚vieldeutiges Trauma‘, mein Trauma? Sie beziehen sich immer wieder auf den Menschen und seine Gefühle in Bezug auf Extremsituationen: Krieg, Fremdsein, gewaltsamer Tod … Gerade die Veränderung des alten Gegensatzpaares von Ost und West hat diese in Europa verdrängten ‚Traumata‘ neu heraufbeschworen. Liebe & Anarchie ist eine Serie, in der ich zu visualisieren versuche, was ich auf sprachlicher Ebene nicht lösen kann.
War Requiem. Liebe & Anarchie III: Bosnien. Kroatien. Serbien. - Fotografie des Krieges. Eine Totenmesse für den Krieg, der nur scheinbar für kurze Zeit zu Ende geht. War Requiem besteht aus drei Ebenen: Der Tonspur - Krieg in seiner abstrakten Form. Der Bildebene - Krieg in seinen realen Auswirkungen. Den Einsprengseln - die seelischen Verletzungen meinerseits. Das Grundgerüst des Videos, auf das alle weiteren Ebenen rekurrieren, sind die sechs Tonspuren. Dies deshalb, weil sie die wichtigste Ebene des Videos darstellen. In ihnen ist schon alles angelegt, was man auch sehen kann, man braucht nur die Augen zu schließen.

 

Trying to remember to forget

 
Amina Handke
 
Österreich 1998, 7:23 min
 
Ausgehend von einem Tonband aus der Kindheit, auf dem zwei Freundinnen - Amina Handke und Lojang Soenario - einander interviewen (und Charlie Chaplin aufgenommen haben), und dem einzigen Foto aus derselben Zeit, das die beiden gemeinsam zeigt, wird versucht zu rekonstruieren: Worauf beruht also die eigene Erinnerung und wie teilt man sie mit? Was daran ist Erinnerung und was Konstruktion? Was ist wirklich passiert, was hat man geträumt? Fußt das Gegenwärtige nicht auf Konstruktion? Geschichte als im Nachhinein konstruierte.

 

Es

 
Gerda Lampalzer
 
Österreich 1994, 4:19 min
 
Auf dem Schiff durch die Nordsee. Ist Schwangerschaft ein Sprung ins kalte Wasser? Innen und außen beginnen zu verschwimmen. Ich erinnere mich an einen Traum, den ich mit 6 Jahren mehrmals geträumt habe. Ich schwimme in einem Schwimmbecken. Da falle ich plötzlich mit einem Schwall Wasser nach unten heraus in ein nächstes Becken. Das wiederholt sich mehrer Male. Immer wieder dieses Fallen in ein neues Schwimmbecken. Schaue ich mir deshalb so gerne das Turmspringen im Fernsehen an?

 

Carrousel Deux

 
Linda Christanell
 
Österreich 1999, 7:01 min
 
Perception is reality and illusion - memory is truth - memory is reality and illusion is truth. Perception is memory. Das tagebuchartige Drehen einer Postkarte mit einem klassischen Filmmotiv: der Kuss - Abbild der Vergangenheit - Kulisse für Projektionen. Das Filmmotiv und eine Störung des technologischen Systems sind symbiotisch verknüpft, ein dokumentarischer Ablauf bis zu dem Punkt, wo ein Systemfehler im Medium Priorität bekommt und zu einer devastierten Perspektive führt. Der entstehende Zerstörungs- und Zerfallsraum wird zu einer Metapher innerer Empfindungen und das Filmmotiv: der Kuss geht auf eine unvermutete Weise eine Verbindung ein mit dem anfangs zitierten Text. (Linda Christanell)
Manga Train

 
 
 
 
 
 
 
 
 

 

Manga Train

 
Manfred Neuwirth
 
Österreich 1998, 20:40 min
 
Sumo, Sushi, Surround Sound. Bilder und Töne, gesehen und gehört in Japan, aufgenommen in Zügen und Gärten, auf der Straße und im Regen. Alltägliche Momente, deren akute Schönheit nur zu entdecken vermag, wer, in den Worten von Walter Benjamin, mit der geschärften Wahrnehmung des Flaneurs die Bilder sucht "wo immer sie hausen". manga train baut auf einer musikalischen Struktur auf. Lautsprecherdurchsagen, das Klappern von Pachinko-Kugeln, Musik aus Transistorradios oder das unablässige Donnern des Verkehrs bestimmen den Rhythmus des Films, der sich aus dreißig Einstellungen von jeweils acht Sekunden Dauer zusammensetzt; die Bilder, gefilmt als steady shots, laufen in fünffacher Zeitlupe ab. Die Kadrage, Räume und Bewegungsabläufe werden gleichsam in ihre einzelnen Teile aufgeschlüsselt, um sich binnen eines Wimpernschlags sogleich wieder zu einer Fülle neuer Details und Assoziationen zu verdichten.
Am stärksten kommt dieser Effekt in solchen Einstellungen zur Geltung, in denen zwischen Bild und Ton mitunter ein krasses Missverhältnis zu herrschen scheint. Etwa, wenn zwei Männer im Park selbstvergessen zu einem Song von Elvis tanzen, wohingegen später die Fahrt auf einer Rolltreppe, während der lediglich der blaue Handlauf an der Seite zu sehen ist, sich nachgerade ausnimmt wie ein akustischer Exzess. Oder dann, wenn die Kamera unverwandt auf eine halbverwitterte, rötliche Lehmwand von Rioanji blickt, und nur das andächtige Murmeln der Besucher den Zuschauer daran zweifeln läßt, das Gemälde eines impressionistischen Meisters vor sich zu haben. manga train ist weder reine Avantgarde, noch Dokumentarfilm pur, sondern vein persönliches filmisches Album", sagt Manfred Neuwirth, "ein Album zum Durchblättern. Meine Assoziation zu Japan: Mit dem Herzen staunen." (Michael Omasta)

 

Studio

 
Karl-Heinz Klopf, Sigrid Kurz
 
Österreich 2000, 8:21 min
 
Das eigene Studio ist als Raumskelett dargestellt, als eine fragile Durchgangszone mit Clips aus erhaltenen E-mails. Sie thematisieren subjektive Verortung und Bedingungen in Städten. Der Countdown läuft. Die Kamera durchfährt verschiedene Ebenen eines architektonischen Gerüstes, Simulationen von Wänden und Gängen entstehen, eine Struktur von schwarzen Linien auf weißem Grund. Fragil und temporär skizziert, um im nächsten Augenblick von einer anderen Perspektive ersetzt zu werden, markieren die Linien dennoch klar Koordinaten, die dreidimensionale Räume entwerfen. Doch die Bewegung der Kamera beschreibt keinen homogenen Kubus, das Bild des Ortes bleibt in der Rezeption fragmentiert und entzieht sich immer wieder der Verortung einer Einheit. Mit jeder weiteren Ebene, signalisiert durch den eingeblendeten Timecode, wird die Kamerafahrt perspektivisch komplexer und bietet wie in einem Videospiel immer neue Optionen und Verzweigungen. Der Ausgangspunkt, ein horizontaler Grundriss, transformiert zu einem multiplen Raum-Riss. Von Zeit zu Zeit erscheinen Auszüge aus E-mail Botschaften, die sich über das architektonische Gerüst schreiben. Die Nachrichten, deren Sender unerwähnt bleiben, berichten auf unterschiedlichste Weise von Städten gleich kommunizierbaren Spuren der jeweiligen (Arbeits)Pfade, der (Selbst)Verortung und des (Netzwerk)Austausches. 00:00:00, die Zeit des Videos läuft ab, die Raumlinien lösen sich auf, dann folgt die letzte Nachricht, außerhalb einer visualisierten Zeit und Örtlichkeit: "Due to a computer crash I lost your cities list. Can you send it again?". (Rike Frank in Camera Austria 73/2001 / Auszug)

 

Id.Remix

 
Elisabeth Fiege, Constanze Ruhm
 
Österreich 1999, 5:00 min
 
Eine Folge virtuell konstruierter Räume, die sich auf verschiedene Filmarchitekturen (Le Mépris/Godard, Nouvelle Vague/Godard, Dressed to Kill/De Palma) beziehen, wird von einer digitalen Kamera in einer Loop-Bewegung durchquert. Diese artifizielle Architektur bildet den Hintergrund für drei Figuren, die sich in einem ähnlichen Loop, in einer ähnlichen Zeitschleife wie die Kamera zu befinden scheinen. Drei ‚Schauspieler‘ ohne Text und Plot, die auf einen Auftritt warten, der nicht stattfinden will. Dieses Material wurde auf 35 mm Film aufgenommen und mit der digitalen Vorlage zusammenkopiert. In diesem stummen Film wird die Geschichte angehalten, der Raum in ein einziges Inneres ohne Außenwelt verwandelt und ein Stillframe in Bewegung versetzt.

 

Catch in the cage

 
Se-Lien Chuang
 
Österreich 1998/99, 5:16 min
 
Das Stück basiert auf der Videoaufnahme von In the Cage, Uraufführung am 21. Februrar 1998 im Schömer Haus, Klosterneuburg / Österreich. Entstehungsprozess der Arbeit: Die mikroartige Arbeitsweise im Detail erfordert eine makromäßige Planung. In diesem Sinn erfolgt das Zusammensetzen aller Rechenergebnisse der Digitalisierung und des Effektprozessing - darunter sind Abstraktion, Dimensionalisierung, Farbsättigung, Überlagerung, Verfremdung, Vertönung, Verdrehung usw. zu optimalisieren. Die Musik und die Bilder stellen sich in dynamisch gleichwertigen Ebenen dar. Kommunikation: Durch die Farben und die Formen korrespondieren die Bilder mit dem akustischen Aufruf zur organisch aufgebauten Landschaft. Die musikalische Erwartung zur visuellen Anregung wird zum einen erfüllt zum anderen bewusst durchbrochen. Die Computergrafiken werden durch flächliches Überschneiden der sowohl zwei- als auch dreidimensional prozessierenden Bilder de- und rekonstruktivistisch generiert. Das Überlagern der unterschiedlichen Ebenen führt die Oberfläche der Bildsequenzen mit zeitlicher Mobilität zu polyrhythmischen Ereignissen. Das Kunstvideo Catch in the Cage wurde realisiert im Herbst 1998 im Atelier Avant Graz / Österreich. Für die Betreuung durch Herrn Dr. Karlheinz Essl und Mag. Andreas Weixler bedanke ich mich herzlichst. (http://avant.mur.at/chuang/CatchCage.dt.html)

 

Tür 14 - Reading on absence

 
Ricarda Denzer
 
Österreich 2001, 13:10 min
 
302: Wäre es richtig zu sagen in unseren Begriffen spiegelt sich unser Leben? Sie stehen mitten in ihm.
303: Die Regelmäßigkeit unserer Sprache durchdringt unser Leben.
(Ludwig Wittgenstein. Bemerkungen über die Farben) "wie entstehen geschichten? - und wie kann man den moment in dem sie entstehen festhalten?" - diese überlegung ist der ausgangspunkt der künstlerin ricarda denzer für ihre audio-visuelle produktion tür 14 - reading in absence. denzer lässt personen aus ihrem umfeld kommentierend eine leere leerstehende wohnung durchwandern. diese wohnung ist wie der von allem inwendigen fleisch befreite panzer einer krabbe eine leere schale ein gerüst eine ruine ein rest. und während die personen noch glauben über die anderen über diese fremde welt zu sprechen und sie anhand ihrer minimalen spuren zu rekonstruieren oder zu imaginieren gedächtnisarbeit zu leisten sind sie bereits im netz ihrer sprache und vorstellungen verfangen. die leere des ortes triggert ein lesen des abwesenden das zunehmend zu einem investieren und bedeutungproduzieren mutiert. die tonspur verselbstständigt sich mehr und mehr etabliert kontexte und verdeutlicht die komplexität von viewing / reading praktiken. während sich die videobilder kontemplativ und delirierend zugleich durch den ‚untoten‘ raum bewegen ist verschoben dazu eine verbale emergenz zu beobachten findet ein anstürmen von fragmentierten assoziationen statt: projektion intuition fiktion überlagern sich in den monologen der betrachterinnen die sprechend zunehmend zu leserinnen und autorinnen ihrer selbst und ihrer eigenen lebensframes werden. (judith fischer)

 

Welldone

 
Uli Aigner
 
Österreich 1999, 19:54 min
 
Welldone - Dann gehst du zum Spiegel und schminkst dir das Kinn! Verfolgt von Uli Aigner mit der Kamera und gesteuert mittels ihrer Anweisungen per Mikrofon bewegt sich Elke Krystufek gelassen durch das Set: im fleischfarbenen weiten Nachtgewand in einer Einrichtung im selben fahlrosa Ton.
Optisch zusammengepasst im Chamäleonverfahren - alles frisch gestrichen, tapeziert und eingekleidet - geben die Bewohnerin und ihr Wohn/Schlafzimmerfragment den Eindruck fehlloser Homogenität. Doch gut gerichtet und angepasst ist nur die Ausstattung in diesem Stück, die Handlung geht gegen den Strich, fällt aus dem Rahmen: Die scheinbar mit den Dingen gleichgeschaltete Akteurin greift zur Schere und agiert konsequent und obstinat als Kontrapunkt ihrer monochromen Idylle.
Uli Aigner komponiert den Ort der Performance Welldone als abgeschlossenen Mikrokosmos: Wie eine Insel ragt das Podest, auf dem Elke Krystufek ihre verfehlten morgendlichen Rituale vollzieht, aus der Umgebung. Die Kamera bleibt außen, umrundet das Geschehen wie das Publikum, das Abstand hält und aus der Distanz diese Parabel von Angleichung und Abweichung erlebt. Und im selben Moment auch Zeuge wird der Vorbereitung für das, was dauerhaft aus dieser nur einmal aufgeführten Aktion hervorgehen soll: ein Videofilm, den Uli Aigner danach in einer Installation im Kinosaal des Museums moderner Kunst zeigt. (Monika Faber, in: welldone, 1999)